Die Malediven – Paradies oder Hölle?

Malediven

Eigentlich sollte dieser Artikel schon vor einer ganzen Weile online gehen. Irgendwie habe ich die Veröffentlichung nur immer weiterer mir hergeschoben.

Jetzt, in diesem Moment liege ich gerade Jetlag geplant wach im Bett in Deutschland und stelle mir die Frage, warum ich ihn nicht einfach längst mal veröffentlicht habe.

Vielleicht weil er irgendwie im Tagebuchstil geschrieben ist und ich mir nicht sicher bin, wie das ankommt.

Vielleicht liegt es auch daran, dass es kein durchweg positiver Blogpost ist. Nein, ich beschönige hier nichts und ich möchte einfach ganz ehrlich sein und von meinen Erlebnissen genau so berichten, wie sie tatsächlich stattgefunden haben. Irgendwie fällt es mir nur etwas schwer das Paradies, die Malediven, zu kritisieren.

Immerhin bin ich wahnsinnig dankbar dafür dort gewesen zu sein. Aber dennoch. Mittlerweile habe ich schon einige Länder und Städte besucht und muss immer öfter feststellen, dass viele hochgelobte Highlights irgendwie doch in Wahrheit gar nicht so toll sind,

Bin ich zu negativ eingestellt? Ich glaube nicht. Grundsätzlich bin ich ein sehr offener und neugieriger Mensch. Sonst würde ich meinen Beruf wohl nicht so sehr lieben.

Naja, aber nun möchte ich meinen Post nun doch mit Euch teilen und Euch von meiner Reise auf die Malediven berichten. Eins vorweg…es war nicht alles schlecht ;-)
Aber Achtung: Das hier ist wohl der längste und persönlichste Post, den ich je geschrieben habe. Es lohnt sicher aber dennoch ihn bis zum Schluss zu lesen, wie ich finde.

Wen meine Erlebnisse nicht interessieren, der kann sich ja wenigstens die wunderschönen Bilder anschauen ;-)

Viel Spaß dabei.

Los geht´s:  Hier könnt ihr Euch übrigens auch noch ein kleines Follow me around zu diesem Trip anschauen.

 

 

Gemütlich packte ich meinen Koffer für meine 2 -wöchige Dienstreise, unsicher was ich diesmal alles mitnehmen sollte, da ich mal wieder nicht genau wusste wohin es mich verschlagen wird. Das erfahre ich nämlich meist immer am Abend vor meinem Dienstbeginn.
Es landeten also hauptsächlich Sommerklamotten ( da bin ich immer optimistisch :-)) und nur ein paar Teile für kälteres Wetter in meinem Koffer.
Dann der Anruf: Es geht auf die Malediven!
Waaaaas?? Das kann nicht wahr sein! Ungläubig und völlig elektrisiert bestätigte ich den Flug und buxierte sofort schon mal alle warmen Klamotten hinaus aus dem Koffer.
Morgen fliege ich also auf die Malediven….
Ich kann es immer noch nicht fassen. Natürlich wollte ich dort schon immer mal hin. Hauptsächlich um es einfach mal gesehen zu haben. Wie es dort wohl ist?
Ich stellte mir vor wie ich am weißen, pudrigen Sandstrand liege und mit einer gekühlten Kokosnuss auf das türkis-blaue Meer schaue. Der Wahnsinn!!
Nun konnte ich es gar nicht mehr abwarten. Allerdings musste ich erst noch einen 10 stündigen Flug hinter mich bringen und schließlich auf Malé auch noch mal umsteigen.
Eine Stunde vor der Landung schaute ich bereits gebannt aus dem Fenster und tadaaaaa, da sind sie, die ersten Atolle und Inseln wurden nach und nach sichtbar und zeigten sich von ihrer ganzen Schönheit.

 

Schon aus 10000 Metern höhe kann man das Paradies erahnen

Malediven von oben

Die Malediven bestehen übrigens aus 1190 Inseln, die sich über 823 Kilometer erstrecken. Der Wahnsinn oder?

Auf der Airportinsel angekommen, ging es für mich zu allererst mal mit dem Schnellboot nach Malé ins Hotel, da mein Weiterflug erst 10 Stunden später stattfand.

Ok, Malé selbst ist wirklich nicht schön. Die Hauptstadt der Malediven ist so ganz, ganz anders, als die idyllischen Inseln, die man aus dem Katalog kennt. Ein Hochhaus reiht sich an das Nächste und jeder Quadratzentimeter ist bebaut. Auf 195,2 Hektar kommen laut Wikipedia ca. 92.555 Einwohner! Ganz schön eng hier.

Malé Malediven

Mit einer kleinen Propellermaschine  ging es für mich dann mitten in der Nacht in Richtung Gan Island, den südlichsten Zipfel der Malediven. Nach einer kurzen Bootsfahrt, kam ich endlich glücklich und erschöpft in meinem Resort an.

Auf den ersten Blick machte das Canareef Resort einen richtig coolen Eindruck und ich freute mich schon so sehr darauf, das alles in ein paar Stunden endlich bei Tageslicht sehen zu können.

Mit einem Golfcaddy wurde ich schließlich zu meiner eigenen privaten Hütte gebracht. Oh wie aufregend.

Nach der Ankunft schaue ich mir immer erstmal das ganze Zimmer an und das tat ich auch diesmal. Als ich die Tür zum Badezimmer öffnete, beschlug dann plötzlich meine Brille. Was ist denn hier los? Und warum ist es hier so warm, im Vergleich zum Rest der runtergkühlten Hütte?

Nachdem ich dann langsam wieder etwas sehen konnte, war alles klar. Das Badezimmer war auf einer Seite komplett offen!!!

Malediven

Bitte?? Nicht ernsthaft, oder? Ich glaub ich brauche nicht extra dazu sagen, dass sich dort jede Nacht meherer Geckos und anderes Getier tummelten, oder?

Naja, ehrlich gesagt war es mir ein wenig suspekt im Freien zu duschen und auch im Freien auf die Toilette zu gehen. Am 2. Tag hatte ich mich allerdings daran gewöhnt, obwohl ich die Badezimmertür immer ganz langsam und behutsam öffnete, um nicht von irgendwelchen Krabbeltieren überrascht zu werden.

Ja, ich gebe es zu, ich ekle mich davor! Und ich bin nun auch generell nicht so der Camping oder Backbacking Typ !!

 

Der erste Morgen

Da ich ja mitten in der Nacht ankam, freute ich mich schon wahnsinnig darauf am nächsten Morgen von strahlendem Sonnenschein geweckt zu werden.

Da stand ich also erwartungsvoll auf, zog den Vorhang zur Seite, und dann das: REGEN!! Graues, ekelhaftes Regenwetter! Wo ist bitte die Sonne? Wie kann das sein? Wir sind doch hier auf den Malediven. Hier sollte es wunderschön und paradiesisch sein und nicht grau und regnerisch. Oh Mann! Das hatte ich mir anders vorgestellt. „Aber naja gut, das kann ja noch werden“, sprach der kleine Optimist in mir.

Nun machte ich mich erstmal fertig ( das erste mal unter einer Freiluftdusche…wuuahhh) und ging dann zum Frühstücksbuffet.

MALEDIVEN

Das Restaurant

Während des Frühstücks erfuhr ich dann, dass es schon die letzten Tage nur geregnet hatte und wohl auch den ganzen Tag nicht mehr aufhören wird. Na toll!

Für die meisten Menschen sind die Malediven das Honeymoon- Ziel schlechthin. Ich persönlich habe es mir immer etwas zu langweilig vorstellt. Aber gut, wer frisch verliebt ist kann sich die Zeit ja wunderbar vertreiben.

So, nun bin ich aber 1. nicht mit meinem Partner auf dieser Insel, sondern mit Kollegen und 2. regnet es den ganzen Tag wie aus Kübeln.  Und das heißt man kann auf dieser Insel einfach mal GAR NICHTS machen.

Alle Ausflüge wie die Delfintour, das Schnorcheln oder „Sunsetfishing“ mussten aufgrund des miesen Wetters auch noch abgesagt werden.

Und auch wenn es so paradiesisch klingen mag, auf einer (fast) einsamen Insel, in mitten von Palmen, pudrigem, weißen Sand und kristallklarem Wasser  zu verweilen. Wenn man doch nur in seiner Hütte sitzen und Däumchen drehen kann, dann ist es auch dort ziemlich ätzend.

Gegen Mittag zog es dann aber doch ENDLICH auf ! Halleluja! Da ich natürlich schon seit ein paar Stunden in meiner Hütte bereit saß, machte ich mich direkt auf zum Strand, um wenigstens ein paar Sonnenstrahlen zu erhaschen.

Oh wie wunderschön dieser Strand doch ist! Einfach traumhaft! Findet ihr nicht?

Malediven

Nunja, eine Stunde später zog es allerdings in Sekundenschnelle wieder zu und fingt schlagartig an zu regnen. Aber wenn es hier regnet, dann regnet es nicht wie bei uns. Nein, es schüttet!!! Es schüttet wie aus Eimern und macht einfach keine Anstalten jemals wieder aufzuhören.

Zuerst wollten meine Kollegin und ich den „kleinen Schauer“ im Wasser aussitzen. Es kann ja nicht so lange dauern, dachten wir ( Spoiler: Oh doch es kann! Und zwar ganze 24 Stunden!!) Wir wurden dann recht schnell eines Besseren belehrt. Der Regen wurde einfach immer stärken und stärker. Die Regentropfen prasselten wie kleine Nadelstiche auf unsere Haut und mittlerweile konnte ich kaum noch die Hand vor Augen sehen.

Sollten wir einfach zurück zu Hütte?

Als wir schließlich einsahen, dass er Regnen nicht weniger werden wird und wir sowieso schon komplett durchnässt waren, machten wir uns nun doch auf in Richtung unserer Bungalows.

Puuuhhhh, dort angekommen war mir nun so richtig kalt. Brrrr. Also wieder ein mal ab unter die Dusche.

(Achja, heißes Wasser bekam man übrigens nur, wenn drinnen die Klimaanlage läuft und alle Türen geschlossen sind.- das muss man allerdings erstmal wissen).

 

Die 1. Nacht im  „Paradies“ und ein WTF Moment!

 

Auch nach dem Abendessen hatte es ( natürlich) immer noch nicht aufgehört zu regnen.

Das Thema dieses Abends waren übrigens die angeblichen RIESEN-Kakerlaken, von denen meine Kollegen schon so einige Horrorgeschichten auf Lager hatten. Geglaubt habe ich ihnen natürlich nicht. Immerhin behaupteten sie, dass diese Dinger hier 10 cm groß wären und immer in Scharen ( oder sind es in diesem Fall Herden?) auftreten würden.

Hm, nun ja, bisher hatte ich auch nicht EINE einzige Kakerlake gesehen. Nur kleine Krebse und Geckos. Aber die sind ja süß.

Da will ich mich also gerade fertig fürs Bett machen (in meinem offenen Bad), da bemerke ich plötzlich ca. einen halben Meter neben mir eine MINDESTENS 10 cm große Kakerlake.

„Ok, da bist du also. es gibt dich wirklich. Du bist also doch keine Horrorgeschichte, die nur in den Köpfen meiner Kollegen existiert – FUCK!“ – dachte ich.

Hey, ich dachte echt, meine lieben Kollegen übertrieben maßlos! Konnte ja nicht ahnen, dass es solche Mutanteviecher wirklich gibt. Tja, falsch gedacht. Seeehr falsch gedacht!!

So, ich packte also meine Sachen und entschied mich dazu, mich drinnen abzuschminken.

Das Zähneputzen musste jetzt ausfallen. Naja, harte Zeiten erfordern harte Methoden.

Nee, nee eine Kakerlake im Bad , das geht nicht. Aber ok, das Bad ist ist schließlich halboffen. Also ist es praktisch ein Wunder, dass sich nicht noch mehr Krabbeltiere während des Regens bei mir unterstellen wollten.

Obwohl die anderen Krabbeltiere wohl sicher auch Angst vor der Mutanten-Kakerlake hatten, nehme ich mal an.

Da ich noch nicht wirklich schlafen konnte und mich offenbar noch in der deutschen Zeit ( 4 stunden früher) befand, beschloss ich noch kurz mit einer Freundin zu telefonieren. Nichtsahnend lief ich währenddessen durch meinen Bungalow….und dann das: DIE KAKERLAKE WAR IM HAUS!!!! Und saß neben meiner Nagelfeile! Gehts noch??

Ich glaube ich habe in ganzen meinem Leben noch NIE so einen grellen Schrei losgelassen und mich noch nie sooo dermaßen geekelt. Komisch, als ich sie vorher draußen gesehen hatte, ging es mir nicht so.

Aber da war sie eben auch noch DRAUßEN!! Das macht dann doch einen gravierenden Unterschied.

So, da saß sie also, die Mutanten- Kakerlake mit ihren riesigen Fühlern, die sie immer wieder ganz wild in alle Richtungen streckte. WIDERLICH!!!

„Ok, Ruhe bewahren! “ , sagte ich zu mir selbst, während ich immer noch laut kreischend auf dem Bett saß und am ganzen Körper vor Schreck zitterte. Meine Güte, was war nur mit mir los? Ich bin doch sonst nicht ganz so zimperlich. Da wunderte ich mich gerade doch ein wenig über mich selbst.

Was sollte ich nun machen? Ganz klar. Rezeption anrufen und Hilfe holen. Ich eilte also zum Telefon und stellte entsetzt fest, dass nirgendwo zu erkennen war, welche Nummer die der Rezeption war. Na toll!

Auf dem Tisch entdeckte ich dann eine Infomappe. Da wollte ich also gerade die Mappe in die Hand nehmen, um nach der Nummer der Reze zu suchen und Schwups…..da rannte eine andere 10 cm Killer-Kakerlake über die Mappe.

Ahhhhhhhh, ich lies die Mappe kreichend fallen und rette mich aufs Bett. Oh nein, ich wollte nur noch weg!!!!!

War ich etwa im Dschungelcamp? Hiiiilfe!!!!!

KakerlakeIn diesem Moment wünschte ich mir nichts mehr, als einfach zu Hause in meiner sauberen Wohnung zu sein, in der es KEINE Krabbeltiere gibt.

Die Malediven hatten es sich an diesem Abend bereits verschissen bei mir. Erst das miese Wetter, dann die Kakerlaken. Wo war das Paradies aus dem Katalog??

Von meinen Kollegen erfuhr ich dann irgendwann auch die Nummer der Rezeption.

Man merke sich: Zero is your Hero! 

Mit der 0 erreicht man also die Reze. Gut zu wissen!

Und ja, einen Hero konnte ich in dem Moment wirklich gut gebrauchen.

Kurzerhand später kamen zwei maledivische Helden in meine Hütte und retteten mich vor der Kakerlakenplage. Natürlich durfte ich das Killerspray behalten….Man weiß ja nie!

Nice to know: 

Die Viecher sind ja doch recht zäh und sterben natürlich nicht in dem Moment, in dem sie angesprüht werden. NEIN! Sie rennen erst unkontrolliert und wahnsinnig schnell wie irre herum und versuchen sich zu verstecken. Außerdem können Kakerlaken durch die kleinsten Ritzen kriechen. Wuuuuahhh. Gruselige Vorstellung. Aber das erklärt wohl, wie  sie es von draußen in meine Hütte geschafft hatten.

 

Etwas später in der gleichen Nacht:

Morgens um halb 4 im Paradies:

Irgendetwas blendete mich. Was war das? Eine Taschenlampe leuchtete mich an. Doch woher?

Jemand war in meinem Bungalow. Er trat durch die Tür. Aber wer? Und Warum? Warum zur Hölle? Es war mitten in der Nacht.

Schlaftrunken und ziemlich verwirrt ging ich davon aus, dass es sich um das Housekeeping handeln muss oder um Mitarbeiter des Hotels. Um was denn auch sonst?

Also rief ich im Halbschlaf sowas wie: „I don´t need service. I am sleeping.“
Und doch kam da jemand in mein Zimmer. Er stand plötzlich mitten im Raum. Ich konnte nur dunkle Schatten und den Schein der Taschenlampe erkennen. Meine Verwirrung wurde größer und größer. Was war hier los?

Warum entschuldige er sich nicht und verlässt mein Zimmer?

Als Antwort kam nur die Frage: „Why did you not lock your door? „

Hallo?? Genauso hätte ich wohl fragen können, warum er denn überhaupt erst probiert hat sie zu öffnen.

Seltsam, ich dachte, ich hätte sie geschlossen.

Schließlich erklärte mir der dunkle Schatten, dass es einen koppelten Stromausfall im ganzen Resort gegeben hätte und er nun dringend alle Sicherungen wieder aktivieren müsste.

In meiner Schlaftrunkenheit und der damit verbundenen Verwirrtheit habe ich das Ganze erstmal nicht in Frage gestellt…das kam dann erst später.

Nachdem das Licht wieder ging ( keine Ahnung ob es vorher tatsächlich nicht ging, das hatte ich nicht geprüft), sollte ich die Klimaanlage anschalten.

So saß ich nun auf meinem Bett, in einem Hauch von Nichts und wartete darauf dass der Techniker wieder ging.

Tja, da hatte ich die Rechnung ohne ihn gemacht.

Nun meinte er, dass wir ca. 5 Minuten warten müsste, bis er sicher sein könne, dass die Klimaanlage auch wirklich funktionieren würde.

Ehrlich gesagt war mir das mitten in der Nacht sowas von scheiß egal und langsam nervte mich die Situation. Ich wollte einfach nur schlafen. Nichts als schlafen.

Schließlich beschloss mein nächtlicher Besuch sich auf meine Terrasse zu setzen um eine zu rauchen.

Okay….so langsam hatte ich das Gefühl im falschen Film zu sein. Ich begann mir nun schon zu überlegen wie ich ihn im Falle eines Falles überwältigen konnte. So schwer würde es schon nicht sein, oder? Er war nicht besonders groß und auch nicht kräftig gebaut. Würde ich eine Lampe zu greifen bekommen, könnte ich mich sicher wehren. Würde mich jemand schreien hören? Würden meine chinesischen Nachbarn vom Bungalow nebenan etwas hören und einschreiten?

Meine Kollegen waren in Bungalows auf der anderen Seite der Insel untergebracht. Shit, langsam wurde mir mulmig.

Naja, egal. Ich blieb stark und spielte erstmal noch mit. Noch war ja nichts Schlimmes passiert.

Also ging ich mit ihm raus auf die Terrasse. Auch um meine Fluchtmöglichkeiten zu erhöhen.

Schließlich fing er an mich vollzuquatschen. Über sich, seine angebliche Ausbildung in Deutschland….( ja sicher!) und so weiter. Dann die Frage: Wollen wir was trinken? Ich kann uns Alkohol besorgen.

Was??? Ey es ist kurz vor 4 Uhr nachts. Gehts noch?? Nachdem er sich schließlich 10 Minuten mitten in der Nacht in meinem Zimmer und auf meiner Terrasse rumgedrückt hatte, warf ich ihn raus.

Meine Antwort: Ähm NEIN; ich bin müde und will jetzt schlafen. Daraufhin zeigte ich ihm deutlich, dass er nun gehen solle. Er war verdutzt. Hatte er damit nicht gerechnet!

Was hatte er sich von diesem Besuch erhofft? Und warum kam er überhaupt in mein Zimmer?

Er muss gewusst haben, dass ich alleine unterwegs war. Wo doch sonst fast nur Pärchen auf die Malediven reisen.

Oder war es etwa ein Zufall, dass er gerade mitten in mein Zimmer reingeschneit kam?

Ich glaube nicht.

Nachdem er endlich weg war und ich die Tür so fest es ging verschloss (es gab leider keinen Riegel, wie es sonst in Hotels üblich ist), ließ ich das Geschehene nochmal Revue passieren. War das gerade wirklich passiert?

Und wie kommt er darauf, dass ich nachts um 4 mit ihm trinke? Wollte er sich vielleicht nur vor der Arbeit drücken? War ihm langweilig? Oder wollte er etwas ganz anderes? Fragen über Fragen…auf die ich bis heute keine Antwort weiß.

Was ich allerdings mittlerweile weiß ist,  dass es im Falle eines Stromausfalls im Resort einen Hauptschalter gibt und kein Techniker in jeden einzelnen Bungalow kommen muss ( Überrschaschung!)

Ich muss sicher nicht erwähnen, dass ich den Rest der Nacht wach lag und über alles Mögliche nachgedacht habe, oder?

Eine Frage, die mich bis heute beschäftigt, ist die, die mir ALLE Freunde, Bekannte, Kollegen und Verwandte gestellt haben: WARUM HAST DU NICHT GESCHRIEN ALS ER INS ZIMMER KAM?

Tja, warum eigentlich nicht?

Hatte ich meine Schreireserven schon bei der Begegnung mit der Kakerlake zuvor verbraucht?

Warum schrie ich da und nicht als jemand mitten in der Nacht in meinem Zimmer stand und mich mit einer Taschenlampe anleuchtete?

Was stimmt denn nicht mit mir? Jeder andere würde doch wohl schreien oder?

Noch Wochen später denke ich über diese Situation nach und frage mich, ob ich jemals schreien würde. Wäre ich in der Lage zu schreien, wenn mich jemand angreifen würde? Schreien kann in diesem Fall überlebenswichtig sein und andere aufmerksam machen. Also warum schrie ich nicht? Wars der Schock? Oder die Tatsache, dass ich davon ausging, dass es sich nur im Hotelpersonal handelt?

Ich glaube, es liegt daran, dass ich grundsätzlich davon ausgehe, dass mir schon nichts passieren wird und ich ein Grundvertrauen in die Menschheit habe. Ich vertraue schnell so ziemlich jedem…erstmal. Erst wenn jemand mein Vertrauen erschüttert, dann wars das.

Ich hoffe nur wirklich sehr, dass ich im Falle eines Falles tatsächlich schreien und mich zu wehr setzen könnte, wenn es die Situation erfordern würde.

Eigentlich hielt ich mich immer für jemanden, der Situationen recht schnell erfasst und schnell reagieren kann.

Was war aber hier los? Ich kann es mir nur so erklären, dass das Ganze so surreal gewesen sein muss und ich irgendwie wohl unter Schock stand. Dazu kam noch, dass er mir ja im Grunde nichts getan hat. Aber wo ist die Grenze? Er ist immerhin einfach so in mein Zimmer gekommen. Alleine das ist schon ein absolutes No-Go.

 

Das was mir hier passiert ist, hat natürlich rein gar nichts mit den Malediven zu tun!

Das Paradies kann also nichts dafür, dass der Aufenthalt für mich teilweise die Hölle war.

Falls ich nochmal privat auf die Malediven fliegen sollte, dann ganz sicher aber in ein anderes Ressort.

Und zwar in eins, in dem es keine Kakerlaken, aber dafür große Riegel an den Türen gibt!

Nach dieser Nacht wurde der Aufenthalt aber noch richtig schön und das Paradies zeigte sich auch noch von seiner anderen Seite.

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Malediven

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2 Comments

  • Stephan sagt:

    Liebe Anne,

    Du schriebst:
    Und wie kommt er darauf, dass ich nachts um 4 mit ihm trinke? Wollte er sich vielleicht nur vor der Arbeit drücken? War ihm langweilig? Oder wollte er etwas ganz anderes? Fragen über Fragen…auf die ich bis heute keine Antwort weiß.
    WARUM HAST DU NICHT GESCHRIEN ALS ER INS ZIMMER KAM?

    Die Antwort kann ich Dir aus eigener Erfahrung sagen:
    Du warst geschockt! Das kenne ich aus eigener Erfahrung, wenn der Fall bei mir auch etwas anders gelagert war.
    Der Mann hatte sich von Dir mehr erhofft als nur ein einfacher Besuch. Das Angebot von Alkohol sollte ich lockerer machen, damit er schneller zu seinem Ziel kommt.
    Die Art und Weise, wie er sein Begehren Dir rüberbringt ist völlig daneben! Bei einem ernsthaften Interesse statt Quickie hätte er Dich tagsüber umworben.

    Gruß
    Stephan

    • Annie sagt:

      Lieber Stephan.

      Ja du hast vollkommen recht, der Typ hatte sich wohl wirklich was anderes erhofft. Je öfter ich darüber spreche und nachdenke, umso klarer wird es mir und umso glücklicher bin ich, dass doch am Ende nichts passiert ist.

      Liebe Grüße,
      Annie

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