9/11 Memorial Museum

Nach langem Hin und Her, hatte ich mich endlich dazu entschlossen, dass 9/11 Memorial Museum zu besichtigen. Nachdem ich nun schon auf dem neuen World Trade Center gewesen bin und mir auch die Gedenkbrunnen der Opfer angeschaut habe, war es nun an der Zeit auch die letzte Gedenkstätte zu besuchen, die genau da errichtet wurde, wo vor 15 Jahren knapp 3000 Menschen starben.

9/11 Museum

Was am 11. September 2001 geschah, nimmt mich bis heute immer noch mit. Und obwohl ich damals erst 13 Jahre als war, weiß ich noch ganz genau was ich getan habe und wie ich diesen Tag erlebte. Es war schrecklich.

Ich denke es geht fast allen so, oder? Jeder weiß noch genau wo er war und was er getan hat, als im Fernsehen plötzlich nur noch diese schrecklichen Bilder zu sehen waren.

 

9/11 Museum

Als ich vor sieben Jahren in New York war, besuchte ich zum ersten mal das 9/11 Museum. Damals war es sehr provisorisch eingerichtet und bei Weitem nicht wie heute. Aber auch damals gab es schon eine Wand mit den Bildern der Opfer und verbogene Stahlträger zu sehen. Heute ist das Museum aber wesentlich größer, moderner und noch trauriger.

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt ein zweites Mal zu gehen. Und diesmal war es noch viel emotionaler als gedacht.

9/11 Museum

Ein zum großen Teil zerstörtes Einsatzfahrzeug der Feuerwehr

Schon als ich das Museum betrat, überkam mich eine bedrückende Stimmung. Und der Kloß im Hals ließ nicht lange auf sich warten. Bereits beim ersten Bild der beiden noch intakten Türme, wurde mir ganz anders.

Das Museum nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise. Im Zeitraffer gehts zurück an den Anfang der Geschehnisse und von da an, kann man alles noch mal ganz genau miterleben.

Augenzeugenberichte, Videoaufnahmen und Trümmerteile führen durch den Morgen des 11.Septembers 2001.

9/11 Museum

 

Am bewegendsten fand ich die Tonaufnahmen der Opfer und der Überlebenden, die man sich anhören kann.

Zuerst einmal bekommt man eine Grafik der Türme (oder in diesem Fall des Flugzeuges) gezeigt. In dieser Grafik befinden sich Punkte und die Namen der dazugehörigen Personen. Anhand dieser Punkte erkennt man genau, wo sie sich zum Zeitpunkt der Geschehnisse aufgehalten haben.

Viele Tonaufnahmen wurden nachträglich gemacht. Ist man dabei gewesen, dann kann man sich auch jetzt noch melden und seine Geschichte erzählen.

Einige Augenzeugen berichten davon, wie sie von der Wucht des Aufpralls niedergeschlagen wurden, sich den Arm gebrochen haben und über Leichen gestiegen sind. Andere davon, wie sie die Treppen immer weiter nach untern rannten.

 

Mir kam ein Feuerwehrmann entgegen. Das freute mich, da ich nun wusste, dass es einen Ausweg geben musste. Ich wusste aber auch, dass ich hinunter ins Leben rannte und er hoch in seinen Tod.

 

Ich rannte raus und war so glücklich endlich draußen zu sein. Da stand ein junger Feuerwehrmann, bereit in das Gebäude zu stürmen. Er war gerade erst 19 Jahre alt. Ich sagte ihm: Du kannst dort oben nichts tun. Bleib hier. Und er antwortet: It´s my Job, Ma´am.

Während die Augenzeugen diese Worte aussprach, weinte sie.

Was wiederum mich zum weinen brachte.

In den einzelnen Räumen, in denen man sich die Geschichten der Opfer anhören kann, saß ich sicherlich die meiste Zeit meines Aufenthaltes.

Dabei musste ich mich immer wieder beherrschen nicht einfach laut loszuheulen. Es war so traurig.

Eine der traurigsten Tonaufnahmen, war ein Telefonat, von einem Mitarbeiter des Südturms.

Er rief seine Mutter an, um ihr zu sagen, dass es ihm gut ginge und er in Sicherheit sei, da das Flugzeug in den Nordturm geflogen ist und er im 105. Stock des Südturms sei.

Er hat nicht überlebt.

Was mich am meisten schockierte, war die Tatsache, dass die Menschen im Südturm bereits dabei waren zu flüchten und nach unten zu rennen. Dann wurden sie allerdings angewiesen zurück in ihre Büros zu gehen. Was sie auch taten….

Wer hätte gedacht, dass ein zweites Flugzeug in den Südturm fliegen würde?

Ich glaube im gesamten Museum gab es niemanden, der nicht schniefte und die ein oder andere Träne vergoss.

9/11 Museum

9/11 Museum

9/11 Museum

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9/11 Museum

Insgesamt fand ich es sehr gelungen und eine wirklich tolle, wenn auch schmerzhafte Erfahrung. Aber ich mag Museen, die den Besucher mitnehmen und die Erlebnisse nachspüren lassen.

Während des gesamten Aufenthalts, habe ich mich genau so gefühlt, wie damals. Damals als wir alle live zusahen wie die Türme einstürzten und so viele Menschen dabei ums Leben kamen.

Das 9/11 Memorial und Museum schafft es die Schicksale der Opfer zu beleuchten und sie dadurch unsterblich zu machen.

Hier wurde ein wirklich tolles Andenken geschaffen. Nicht nur mit dem Museum, auch mit den Brunnen und dem neuen One World Trade Center.

9/11 Museum

Dieses Bild von der St. Pauls Chapel wurde direkt nach Einsturz des Turmes gemacht.

Und wisst ihr was das gruselige ist? Dass ich ein paar Tage zuvor, das Bild aus gleichen Perspektive gemacht habe, aber diesmal mit dem neuen World Trade Center.

9/11 Museum

Irgendwie rührte es mich zu tränen, dieses Bild mit der riesigen Staubwolke im Hintergrund zu sehen.

Und es bringt mich auch dazu zu verstehen, warum es so wichtig war, ein neues World Trade Center zu errichten. Habt ihr euch nicht auch mal gefragt warum sie das machen? Warum lassen sie es nicht so wie es ist und belassen es bei den Gedenkbrunnen?

Warum wieder ein so großes Gebäude errichten, das eventuell wieder als Angriffsfläche dienen könnte?

Einer meiner Tourguides (ich habe auch ein paar Stadtführungen zu Fuß gemacht, von denen ich euch noch berichten werde), erklärte uns:

Für alle New Yorker, wie mich, die bei den Geschehnissen des 11.Sepetmbers, jemanden verloren haben, ist es einfach gut, dass da nun wieder etwas steht. Unsere Skyline war viel zu leer. Es tut gut, dass da nun wenigstens etwas steht….

Genau dieses Gefühl überkam mich, als ich das Bild der St.Pauls Chapel und der Staubwolke sah. Es ist wirklich gut, dass dahinter wieder jetzt etwas steht.

 

Erinnert ihr euch noch daran, wie ihr den 11.September damals erlebt habt?

Wer von Euch hat schon das 9/11 Museum besucht? Wie fandet ihr es?

 

 

 

 

2 Comments

  • Christina sagt:

    Ich war damals in der 7. Klasse. Als ich von der Schule kam, lief der Fernseher. Meine Mama war total schockiert. Wir haben die ganze Zeit die Berichte verfolgt. Damals konnte ich das ganze Ausmaß noch gar nicht richtig einschätzen. Am nächsten Tag in der Schule haben wir alle darüber gesprochen, obwohl wir noch „klein“ waren. Keiner konnte wirklich glauben, was passiert war.
    Ich mag solche Museen auch, in denen man wirklich zumindest ein bisschen nachempfinden kann, was passiert ist. Sollte ich irgendwann mal in die Stadt kommen, werde ich sicher auch mal hingehen.

    • Annie sagt:

      Hallo Christina,

      ich kam damals auch gerade von der Schule heim und habe alles im Fernsehen verfolgt. Es war einfach schlimm.
      Jaaaa, falls du mal in New York bist, solltest du das Museum auf jeden Fall besuchen:-)

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